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| Bouldern boomt! |
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Als eine der ersten Boulderer lässt sich sicherlich eine Gruppe junger Alpinisten um den Franzosen Pierre Allain bezeichnen, welche zu Beginn des 20. Jahrhunderts die im Wald liegenden Sandsteinfelsen bei Paris (Fountainebleau) nutzten, um sich auf ihre Expeditionen in den Alpen vorzubereiten. In dieser - später auch als „Bleausards“ - bezeichneten Gruppe entwickelte sich erstmals eine Leidenschaft zum Klettern in Absprunghöhe, welche die instrumentelle Sicht auf das Bouldern als Trainingsmittel in den Hintergrund stellte. Als deutscher Vorreiter des Boulderns machte sich der Nürnberger Wolfgang „Flipper“ Fietz in den 70er und 80er Jahren in der Kletterszene einen Namen. In einer Zeit in der Bouldern bei uns noch als „Angsthasenkletterei“ belächelt wurde, widmete sich Fietz neben dem traditionellen Klettern immer mehr dem bodennahen Klettern, insbesondere in der Fränkischen Schweiz. Auf einer Reise zusammen mit Kurt Albert ins Yosemite Valley (USA) lernte er auch John Gill kennen. Geprägt durch diese Bekanntschaft gelang es „Flipper“ erstmals mittels gezieltem Maximalkrafttraining Boulderklassiker wie „England grüßt Falkland“ (7b+) oder „Fall out“ (7a+) zu schaffen und in der Szene international bekannt zu werden.
Diese Entwicklung lässt sich beispielhaft an steigenden Verkaufszahlen bei Boulderartikeln, der wachsenden Zahl an reinen Boulderhallen sowie den mittlerweile in ganz Deutschland durchgeführten Boulderwettkämpfen beobachten. Nahezu keine neu erbaute Kletterhalle kommt inzwischen mehr ohne eigenen Boulderbereich aus. Hier im DAV Kletter- & Boulderzentrum München wurde diese Entwicklung schon frühzeitig erkannt. Bereits 1989 wurde mit der Betonkletteranlage ein Grundstein gelegt und im Jahre 1999 folgte mit dem Bau der Kletterhalle eine weitere Optimierung des Boulderangebots. Mit der nun erbauten Erweiterung wird der steigenden Beliebtheit des Boulderns Rechnung getragen. Wir freuen uns nun eine beheizte und belüftete Boulderhalle mit viel Licht und Luft in zeitgemäßem Design zur Verfügung stellen zu können und unsere Boulderfläche damit auf insgesamt 1.200 m2 auszuweiten.
So entdeckte der DAV die Sportart als wirkungsvolles Instrument der Nachwuchsförderung. Ebenso integrieren viele Schulen mittlerweile das Bouldern in den Sportunterricht. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das Bouldern ohne größeren Ausrüstungsaufwand und Sicherungsvorkenntnisse auch im engen Rahmen des schulischen Lehrplans unterzubringen ist. Dass die Bewegung dabei in einer sicheren Umgebung, nicht zu hoch über dem Erdboden, stattfindet unterstützt diese Entwicklung sicherlich. Bouldern boomt. Wir verfolgen die weitere Entwicklung mit Spannung!
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